Im Prinzip Familie - Dokumentarfilm Regie: Daniel Abma, Deutschland 2024
Im Prinzip Familie - Dokumentarfilm Regie: Daniel Abma, Deutschland 2024

Im Prinzip Familie

Di., 23.09.2025 17:00 Uhr
Di., 23.09.2025 20:00 Uhr

Regie: Daniel Abma, Deutschland 2024

"Dieser Dokumentarfilm von Daniel Abma führt uns ins ländliche Brandenburg. Der Regisseur beobachtet dort sensibel die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern in einer Wohngruppe für Kinder, die aus schwierigen Familien kommen. Mit großer Geduld schaffen die erfahrenen Pädagogen ein Umfeld des Vertrauens, in dem die Kinder Geborgenheit und Zuwendung erfahren." (Knut Elstermann - radioeins)

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In einem Haus am Ufer eines idyllischen Sees, umgeben von dichten Wäldern, arbeiten drei Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe. Die Kinder nennen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, einkaufen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu bringen, gehört ebenso zu ihrem Alltag, wie zuhören, trösten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Die Betreuer:innen wollen keine Ersatzeltern sein, und dennoch zeigen, wie sich ein familiäres Miteinander anfühlen kann.

Alle fünf Kinder, die hier leben, vereint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurückzukehren. Dafür setzen sich die Erzieher:innen unermüdlich ein: sie sprechen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, dokumentieren, organisieren, setzen gemeinsam Ziele und treffen Verabredungen – und sind nicht selten darüber enttäuscht, dass diese nicht eingehalten werden. Das erinnert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines überforderten Systems.

Was früher das Dorf war, ist heute der komplexe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als systemrelevant, und dennoch bleibt die besondere wie herausfordernde Arbeit der Fachkräfte, ihr engagierter Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsichtbar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen intimen Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und richtet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag daran arbeiten, den Kindern das zu geben, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit und jemanden, der auf ihrer Seite steht.

Der Film wurde mit dem Deutschen Kamerapreis (Kamera: Johannes Praus) in der Kategorie „Kinodokumentarfilm“ ausgezeichnet. Ebenso gewann der Film den Goldenen Spatz in der Sektion „Non-Fiktion – Langfilm“ und wurde u.a. mit dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness (DOK Leipzig Filmfestival 2024) und dem Perception Change Award der Vereinten Nationen beim Filmfestival Visions du Réel 2025 in der Schweiz prämiert.