Wilma (gespielt von Fritzi Haberlandt) gehört zu den vielen Menschen im Osten, für die sich mit dem Umbruch alles änderte. Sie arbeitete in der Lausitzer Braunkohle, nach der Abwicklung in einem Elektroladen. Ihre beruflichen Qualitäten beschreibt sie sehr ostdeutsch so: "Elektriker, Schlosser, Maschinist – mit Führungsqualitäten in der Brigade". Als der Ehemann fremdgeht und Wilma erneut ihren Job verliert, bricht sie kurzentschlossen auf und beginnt ein neues Leben in einer Wiener WG, wo sie zunächst fremd wie ein Alien ist.

Wilma will mehr
Regie: Maren-Kea Freese, Deutschland 2025 - Tragikomödie
Elektrikerin, Maschinistin, Obst-Expertin, Optimistin: Wilma (Fritzi Haberlandt) ist eine Frau mit vielen Talenten, zahllosen Zertifikaten und palettenweise Enttäuschungen. Bis Ende der 90er-Jahre hat sie im Lausitzer Braunkohlerevier gelebt. Als aber ihr Mann mit einer anderen Frau splitterfasernackt Spaghetti kocht und ihr der Job im Baumarkt gekündigt wird, verlässt Wilma fluchtartig ihre Heimat Richtung Wien. Mit Mitte 40 muss sie hier quasi bei Null anfangen und landet schnell auf dem Handwerkerstrich. Bald schon repariert sie sich durch den Wiener Speckgürtel, landet in einer linken Bohemian-WG, wird Fachfrau für Reparaturen aller Art und sogar Lehrerin in einer Traditions-Tanzschule. Zwischen Walzer und Elektro-Installationen entdeckt Wilma ein Gefühl, das sie längst vergessen hatte: verliebt sein, glücklich sein, die aufgeregte Hoffnung auf etwas Neues. Hineingeworfen in die Unsicherheiten einer Zukunft, in der alles möglich ist, wird Wilma ein anderer Mensch.
WILMA WILL MEHR ist eine charmante, einfühlsam beobachtete und mit schrägem Humor erzählte Tragikomödie, die ebenso genau in der Wirklichkeitsdarstellung ist wie sie in ihrer hoffnungsvollen und berührenden Melancholie optimistisch bleibt.











